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BBV Nr. 12 vom Seite 15

Das Stückzinsmodell

Von Anleihen mit hohen Stückzinsen profitieren

Martin Frankowski

Was sind Stückzinsen?

Stückzinsen dienen der besitzzeitanteiligen Zinsbesteuerung. Der Zinsertrag, der zwischen den Zinsterminen rechnerisch anfällt, wird zwischen dem Verkäufer und dem Käufer aufgeteilt. Der Verkäufer erzielt Einnahmen aus Kapitalvermögen in Höhe der Stückzinsen. Der Käufer erzielt in gleicher Höhe negative Einnahmen aus Kapitalvermögen.

Konkret sieht die Berücksichtigung der Stückzinsen wie folgt aus: Wird eine Anleihe mit einem jährlichen Zinskupon von z. B. 6 000 € zwischen den Zinsterminen erworben, wird der Zins besitzzeitanteilig aufgeteilt. Der Verkäufer erzielt in Höhe der Stückzinsen taggenau auf seine Besitzzeit entfallende Einnahmen aus Kapitalvermögen, beispielsweise 2 000 €. Der Käufer hat in gleicher Höhe negative Einnahmen aus Kapitalvermögen. Diese reduzieren rechnerisch den Zinsertrag von im Beispiel 6 000 €, den der Käufer der Anleihe am Zinstermin in voller Höhe ausgezahlt bekommt (6 000 ./. 2 000 =) 4 000 €. Damit ist der Zinsertrag von 6 000 € besitzzeitanteilig aufgeteilt. Der Verkäufer erzielt 2 000 €, der Käufer 4 000 €.

Wann funktioniert das Stückzinsmodell?

Wer zum Jahreswechsel eine Anleihe mit hohen Stückzinsen kauft, kann davon unter besti...