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StuB Nr. 17 vom Seite 650

Schuldübernahmen und Schuldfreistellungen bei Erwerb eines Betriebs

Anmerkungen zum

Dipl.-Finw. Vorsitzender Richter am FG Bernd Rätke

Übernimmt der Erwerber eines Betriebs Verbindlichkeiten des Veräußerers oder stellt er diesen von den Verbindlichkeiten frei, sind die steuerlichen Folgen sowohl beim Veräußerer als auch beim Erwerber problematisch, wenn die Verbindlichkeit bilanzsteuerrechtlichen Ansatz- oder Bewertungsvorbehalten unterliegt, wie z. B. einem Passivierungsverbot oder einem Abzinsungsgebot. Mit Schreiben vom nimmt das BMF nun Stellung zur Bilanzierung beim Erwerber sowie zu den steuerlichen Folgen beim Veräußerer. Der folgende Beitrag erläutert das BMF-Schreiben und nimmt zu den Aussagen des BMF kritisch Stellung.

Kernfragen
  • Welche Schwierigkeit besteht bei der steuerlichen Betrachtung von Schuldübernahmen und -freistellungen beim Erwerb eines Betriebs?

  • Was ist bei steuerlichen Ansatz- und Bewertungsvorbehalten zu beachten?

  • Welches Fazit ergibt sich nach kritischer Betrachtung des BMF-Schreibens?

I. Überblick über die Schuldübernahme und -freistellung

1. Vorbemerkungen

[i]Prinz/Adrian, Angeschaffte Rückstellungen in der Steuerbilanz, StuB 2011 S. 171 NWB EAAAD-62456Pitzke/Klein, Anwendung der bilanzsteuerrechtlichen Ansatz- und Bewertungsvorbehalte in Anschaffungsfällen, NWB 2011 S. 2276 NWB PAAAD-86149BFH, Urteil vom 16.12.2009 – I R 102/08 NWB AAAAD-37369Ausgangssituation ist die Veräußerung eines Betriebs...