Besitzen Sie diesen Inhalt bereits, melden Sie sich an.
oder schalten Sie Ihr Produkt zur digitalen Nutzung frei.

Dokumentvorschau
BFuP Nr. 3 vom Seite 287

Zur Bewertung börsengehandelter Anteile zum beizulegenden Zeitwert: Wann sind Märkte zu ineffizient?

Von Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Küting und Dr. Jochen Cassel, Universität des Saarlandes, Saarbrücken

Die Bewertung von börsengehandelten Anteilen mit ihrem Marktpreis ist der Musterfall der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Für diese Bewertungsobjekte scheint der fair value jederzeit mühelos und objektiviert bestimmbar. Eine eindeutige, willkürfreie Bewertung scheitert allerdings dann, wenn die Anteile an keinem aktiven Markt umgeschlagen werden. Die Autoren widmen sich diesem Problem. Sie untersuchen, unter welchen Umständen vom Marktpreis börsengehandelter Anteile abzuweichen ist. Küting/Cassel belegen, dass eine verlässliche fair-value-Bewertung auch im skizzierten Musterfall unmöglich sein kann.

1 Einleitung

Spekulation! Fundamentaldaten? – irrelevant! Schlagzeilen wie diese füllen die Titel der Wirtschaftspresse. Von einem durch Insiderhandel und Marktmanipulation verursachten Kurschaos ist dort zu lesen. Kursexzesse, Blasenbildung und Panikverkäufe bestimmten den Handel. In der Fachwelt besteht Konsens: Kapitalmärkte erfüllen die restriktiven Prämissen der neoklassischen Kapitalmarktmodelle nicht. Die Preisbildung ist insoweit ineffizient.

In den IFRS sind Marktpreise für die fair-value-Bewertung relevant. Auch IAS 39 unterfallende Anteile sind zum beizulegenden Zeitwert auszuwei...