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IWB Nr. 6 vom Seite 214

Die Bedeutung von Standortvorteilen aus Verrechnungspreissicht

Der Fall Watson Pharma

Dr. Richard Schmidtke und Matthias Müller

[i]Income Tax Appellate Tribunal Mumbai Bench K, Mumbai, Urteil vom 9. 1. 2015, ITA No. 1423/Mum/2014 unter http://go.nwb.de/2p70dAm hat ein indisches Finanzgericht in Mumbai (das Income Tax Appellate Tribunal) sein Urteil im Fall Watson Pharma zu Verrechnungspreisen und Standortvorteilen bekannt gegeben. Im Einzelnen befasst sich das Urteil mit der Frage, inwieweit Standortvorteile und damit verbundene Kosteneinsparungen, die sich für multinationale Konzerne dadurch ergeben, dass Aktivitäten wie Auftragsforschung und Auftragsfertigung in einem Schwellenland wie Indien anstelle eines Industrielandes ausgeführt werden, bei der Vergütung der lokalen Aktivitäten berücksichtigt werden sollten. Im Folgenden wird skizziert, wie das Urteil des indischen Gerichts vor dem Hintergrund der aktuellen BEPS-Initiative der OECD – insbesondere Aktionspunkt 8 – einzuordnen ist.

I. Sachverhalt

[i]Watson Indien erbringt Auftragsforschungs- und Auftragsfertigungsleistungen an Watson USADie Watson Pharma Gruppe (mittlerweile unter der Marke Actavis aktiv) ist ein international tätiger Pharmakonzern, der insbesondere auf Spezialprodukte, Produkte im Bereich Nephrologie und Generika spezialisiert ist und – neben dem Headquarter in den USA (im Folgenden „Watson USA“) – unter anderem über eine Gesellschaft in Indien (im Folgenden „Watson Indien“) ve...