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BBK Nr. 21 vom Seite 1050

Cashflow-Rechnung als Ergänzung zur Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

Jörgen Erichsen

[i]Graumann, Cashflow, infoCenter NWB RAAAC-28640 Bei vielen größeren Investitionen ist es sinnvoll, die Daten der Investitionsrechnung mit dem tatsächlichen Mittelzu- und Mittelabfluss zu verproben. Die Mittelbewegungen und die Auswirkungen auf die Liquidität lassen sich mit einer ergänzenden Cashflow-Ermittlung transparent machen. Kennzahlen verdeutlichen die Auswirkungen auf das Rating und verknüpfen so das Investitionsvorhaben mit der Unternehmensplanung. Der Praxisfall zeigt, wie zusätzlicher Finanzierungsbedarf mit Hilfe der NWB Arbeitshilfe aufgedeckt werden kann.

Erichsen, Cashflow-Rechnung, Arbeitshilfe NWB NAAAH-59772

Eine Kurzfassung des Beitrags finden Sie .

I. Aussagekraft einer Cashflow-Rechnung

[i]Fragestellungen der Cashflow-RechnungIst eine Investitionsrechnung im Grundsatz positiv und die Investition vorteilhaft, stellt sich dem Unternehmer zu Recht die Frage, warum er zusätzlich noch eine Cashflow-Betrachtung vornehmen soll. Eine Investitionsrechnung allein kann jedoch nicht auf alle wichtigen Fragen schlüssige Antworten liefern. Die Cashflow-Rechnung beantwortet bezüglich eines Investitionsprojekts z. B. die folgenden Fragen:

  • Wie verändert sich das Jahresergebnis in den kommenden Jahren?

  • Wie verändert sich das Working Capital?

  • Wie verändern sich die Abschreibungen?

  • Wie verändern sich Kreditvolumen, Tilgungen und Zinsen?

  • Welche Zahlungsmittelzu- und -abflüsse ergeben sich zusätzlich? Wann ergeben sich liquiditätsmäßige Unterdeckungen?

  • Erhöht sich der Spielraum für Ausschüttungen an die Eigentümer? Wann?S. 1051

  • Wie verändern sich die wichtigsten Unternehmenskennzahlen? Welche Auswirkungen ergeben sich auf das Rating?

II. Praxisfall: Cashflow-Rechnung für eine neue Auslands-Tochtergesellschaft

1. Beispielsfall und Projektdaten

[i]Expansion ins AuslandEin deutscher Werkzeughersteller möchte innerhalb Europas expandieren und eine Vertriebsgesellschaft in Frankreich eröffnen. Daher plant er u. a., zusätzliche Kredite i. H. von 650 T€ im ersten Jahr und weitere 50 T€ nach vier Jahren aufzunehmen. Die Investitions- bzw. Wirtschaftlichkeitsrechnung in Form einer Kapitalwertrechnung mit einem internen Zinsfuß, den das Unternehmen bei allen Projekten zugrunde legt, zeigt, dass sich das Vorhaben grundsätzlich lohnt. Schon ab dem zweiten Jahr wird ein positiver Kapitalwert erreicht, der in der Summe aller Jahresergebnisse positiv bleibt. Zusätzlich zur Wirtschaftlichkeitsrechnung soll eine Cashflow-Rechnung über fünf Jahre speziell für das geschilderte Vorhaben erstellt werden, um die Auswirkungen des Vorhabens auf die Liquidität verlässlicher abbilden zu können.

[i]Kirsch, Kapitalflussrechnung (HGB, IFRS), infoCenter NWB FAAAC-45534 Basis für die Cashflow-Betrachtung ist ein Cashflow-Statement, das sich an der Mindestgliederung des IAS 7 orientiert. Für eine fundierte Analyse werden alle Positionen der Cashflow-Berechnung mit den konkreten Projektzahlen befüllt, z. B. die erzielbaren Umsätze, die Anlaufkosten und die laufenden Aufwendungen, Abschreibungen oder Veränderungen des Working Capitals.