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NWB Nr. 36 vom Seite 3116

NWB AKTUELLES 36/97

Pro-Kopf-Steueraufkommen in Ostdeutschland

Das Pro-Kopf-Steueraufkommen in Ostdeutschland hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Dennoch liegt es mit 4 765 Mark je Einwohner deutlich unter dem Pro-Kopf-Aufkommen im Westen. Denn die Einkommen, Gewinne und Vermögen sind im Osten noch weitaus geringer als im Westen; die Steuerzahler müssen daher auch weniger an den Staat abführen. Außerdem sind viele

Investitionen steuerlich begünstigt: Durch die hohen Abzugsbeträge entgehen dem Fiskus jährlich Millionen. Und nicht zuletzt werden viele Unternehmenssteuern, die in Ostdeutschland ihren Ursprung haben, von der westdeutschen Muttergesellschaft an deren Firmensitz gezahlt.

Den größten Steuertopf füllte die Lohnsteuer: Ihr Aufkommen machte 1996 54,5 v. H. aller Steuereinnahmen aus gegenüber 40 v. H. im Westen, gefolgt von der Umsatzsteuer (32 v. H.). Im Schnitt der Jahre 1991 bis 1994 stieg das Lohnsteueraufkommen im Osten, unter anderem bedingt durch den dynamischen Anstieg der Löhne und Gehälter, um 34,5 v. H. Dies änderte sich jedoch 1995/1996, in diesen beiden Jahren stieg das Lohnsteueraufkommen nur noch um 5,2 v. H. pro Jahr.