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Das zivilrechtliche Klageverfahren, Teil 5

RENO Nr. 12 vom 10.12.2015 Seite 2
Rechtsfachwirtin Gabriele Waldschmidt; Wuppertal

Im letzten Teil unserer Reihe geht es um das Versäumnisverfahren. Das Versäumnisverfahren ist ein besonderes Verfahren im Zivilprozess. Grundlagen und Auswirkungen möchten wir Ihnen im nachfolgenden Beitrag aufzeigen

Allgemeines

Bei einem Versäumnisverfahren handelt es sich um einen „normalen“ zivilen Rechtsstreit. Von Versäumnisverfahren spricht man, wenn eine der Parteien säumig ist, d. h. es kommt zu einer nicht ordnungsgemäßen Prozessführung, da eine der Parteien gerichtliche Fristen missachtet oder einen Termin nicht wahrnimmt.

Beispiel 1

Rechtsanwalt Müller reicht für seine Mandantin Florentina Fröhlich eine Zahlungsklage über 5.600 € gegen Birte Butterblume, vertreten durch Rechtsanwalt Meier, beim Landgericht Düsseldorf ein. Das Gericht übersendet dem Beklagtenvertreter die Klageschrift und fordert diesen auf, innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung die Verteidigungsbereitschaft anzuzeigen sowie innerhalb einer Frist von weiteren zwei Wochen auf die Klage zu erwidern.

Rechtsanwalt Meier reagiert nicht. Die Verteidigungsanzeige wird nicht eingereicht. Da sich die Mandantin gem. § 85 ZPO die Prozesshandlungen des Prozes...

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