Besitzen Sie diesen Inhalt bereits, melden Sie sich an.
oder schalten Sie Ihr Produkt zur digitalen Nutzung frei.

Dokumentvorschau
NWB Nr. 42 vom Seite 2895

Erbrechtlicher Beratungsbedarf bei Trennung und Scheidung

Zu den Auswirkungen von Trennung und Scheidung auf das Erbrecht der Ehepartner

Dr. Christoph Keller

Für die meisten verheirateten Paare ist die Ehe eine nicht wegzudenkende Konstante des Lebens. Wichtige Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, meist in der Annahme, die Ehe werde lange bestehen. Hierzu gehören auch höchstpersönliche Entscheidungen wie die über die Erbeinsetzung, die Wahl des Vorsorgebevollmächtigten, den im Rahmen einer Patientenverfügung Entscheidungsbefugten und manches mehr. Zeichnet sich das vorzeitige Ende der Ehe ab, müssen solche Entscheidungen möglicherweise korrigiert werden. Der nachstehende Aufsatz skizziert die häufigsten Problemlagen unter Berücksichtigung des gesetzlichen Hintergrunds und macht Vorschläge zu Korrekturmaßnahmen.

I. Auswirkungen von Trennung und Scheidung auf die gesetzliche Erbfolge

1. Überblick über das gesetzliche Ehegattenerbrecht

a) Erbquote

[i]Gesetzliches Erbrecht gem. den Regelungen des § 1931 BGBDem Ehepartner steht ein gesetzliches Erbrecht zu. Wie hoch seine Erbquote ist, hängt davon ab, wer neben ihm erbt und in welchem Güterstand die Eheleute lebten. Grds. ist der überlebende Ehepartner des Erblassers neben Verwandten der ersten Ordnung zu 1/4 , neben Verwandten der zweiten Ordnung oder neben Groß...