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BBK Nr. 8 vom Seite 370

Die „offensichtlich verkehrsgünstigere” Straßenverbindung bei Wegen zwischen Wohnung und Arbeitsstätte

Grundsätze und Praxisfolgen der BFH-Urteile

Lukas Hilbert

[i]Schneider, Neues vom BFH zur Entfernungspauschale, NWB 8/2012 S. 638 NWB UAAAE-02398 Kraftstoffpreise auf Rekordniveau reißen insbesondere auch durch die täglichen Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bei Millionen von Berufspendlern große Lücken ins persönliche Budget. Umso mehr Relevanz kommt daher der Frage zu, wie diese meist zwangsläufig entstehenden beruflichen Aufwendungen steuerlich zu berücksichtigen sind. In seinen beiden Entscheidungen VI R 46/10 und VI R 19/11 vom konkretisierte der BFH die Auslegung der vom Gesetz eingeräumten Möglichkeit, anstatt der [i]BFH, Urteile vom 16. 11. 2011 NWB BAAAE-01833 und NWB RAAAE-01832 kürzesten eine „offensichtlich verkehrsgünstigere” Straßenverbindung anzusetzen. Der Beitrag skizziert die zentralen Aussagen der Urteile und erläutert ihre praktischen Folgen.

I. Grundsatz: Kürzeste Straßenverbindung

[i]Hilbert, „Regelmäßige” Betriebsstätte eines selbständigen Bilanzbuchhalters, BBK 6/2012 S. 288, 290 f. NWB AAAAE-03825 Das Gebot zur Besteuerung nach der finanziellen Leistungsfähigkeit zwingt dazu, nur das aus einer Erwerbstätigkeit erzielte „objektive Netto” der Besteuerung zu unterwerfen . Im Arbeitnehmerfall sind daher von den aus der nichtselbstständigen Tätigkeit erzielten Einnahmen die nach § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG zu deren „Erwerbung, Sicherung und Erhaltung” eingesetzten ...